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16.07.2012 - e-mail von markus

Liebe Karin, lieber Klaus und alle Mitglieder der Turnerschaft Göfis!

Das ist ja ein fenomenales Ergebnis vom Schauturnen und ist sicherlich ein Ausdruck der guten Organisation der Turnerschaft, des selbstlosen Engagements und des lebendigem Gemeinschaftsdenkens seiner Mitglieder und macht die Wertschätzung und Anerkennung der Göfner und Göfnerinnen für die qualitätsvolle Arbeit deutlich, die der Verein  in Göfis verwirklicht und so einen wichtiger Beitrag für ein vitales Dorf- Gemeinschaftsleben leistet!

Ich bestätige hiermit mit einem grossen Dankeschön den Erhalt der Spende.
Wir werden demnächst eie Vereinssitzung der ATABAQUE einberufen, um zu bestimmen, wie das Geld am besten eingesetzt werden kann. Voraussichtlich wird ein Teil davon für notwendige bauliche Reformen des Vereinsitzes verwendet werden. Auch werde ich bei dieser Gelegenheit von Eurer Kreativität berichten, die zu einer "Puravida-Bowle" geführt hat!

Es freut mich, das Ihr immer noch unseren Besuch in Göfis in Erinnnerung habt. Junior erzählt seinen Freunden hier auch oft von seinen Erfahrungen in Österreich und besonders in Göfis, und beim Capoeiratraining zeigt er gerne die Fotos her, die wir von ihm in der Turnhalle an den Ringen, am Pferd und am Trampolin aufgenommen haben.

Junior bereitet sich gerade für eine ganz besondere Herausforderung vor.
Nach all den Jahren, in denen als Jugendleiter, Sporttrainer und mehrmaliger Vereinspräsident Erfahrung gesammelt hat, wird er sich nun als Stadtrat für die Gemeinderatswahlen im Oktober dieses Jahres kanditieren.
Es ist das erste Mal, dass ein junger,  schwarzer  Mann  aus einem Armenviertel ohne grosse Geldmittel das lokale Establishment und die politischen Machthaber herausfordert, um in die Gemeindekammer einzuziehen und dort die Interessen der finanziell benachteiligetn Bevölkerung zu vertreten. Nach ersten Umfragen besitzt er eine grosse Popularität hat er gute Chancen!

Wir müssen leider berichten, dass es schwer ist, neue Personen in das Vereinsleben einzubinden und sie zu motivieren, sich für das Gemeinschaftsinteresse einzusetzen. Wir stellen einen sich umgreifenden Prozess der Individualisierung in der Gesellschaft fest, bei dem die BürgerInnen nicht über ihren Tellerrand hinausdenken bzw. agieren. Das kann vielleicht zum Teil auf das stadtliche (Almosen) Sozialprogramm zurückgeführt werden, das neben vielen positiven Effekten auch bewirkt hat, dass die aus der extremen Armut entkommenen Familien sich mit den neuen Konsumvermögen und den daraus enstehenden individuellen Annehmlichkeiten zufriedengeben, aber dass die krassen Mängel im Bildungs- und Gesundheitssystem, sowie die Arbeitslosigkeit, weiterhin bestehen.
Besonders die Jugendlichen in den Armenvierteln, angetrieben von diesem Konsumverlangen, driften oft in die Welt der Kriminalität ab. Wir vom Verein ATABAQUE versuchen weiterhin, mit unseren Aktivitäten im Bereich Sport, Kultur und Berufsfort- und weiterbildung, den Jugendlichen einen alternativen Handlungsfreiraum anzubieten um sich entfalten zu können, verantwortungsvolle, soziale Beziehungen aufzubauen und menschliche Werte in der Praxis zu spüren und zu erleben, und sie auf diese Weise von der schiefen Bahn abzubringen.

Wir wünschen Euch einen erfolgreichen Abschluss der Turnsaison 2011/12 und erholsame und kreative Ferien, mit lieben Grüssen und einem herzlichen Vergelt´s Gott aus Jacobina in Brasilien,

Markus Breuss, DI,
Kontakt: puravida1@gmx.net